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02.02.2021

Corona-Hilfen für Sportvereine

Weniger Mitglieder, weniger Einnahmen: Land Niedersachsen hilft Klubs, die in ihrer Existenz bedroht sind

Autor: Andreas Rosslan Sportreporter

 
Um gemeinnützigen Sportvereinen, die in ihrer Existenz bedroht sind, zu helfen, hat der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, eine Verlängerung des Corona-Sonderprogramms für Sportorganisationen auf den Weg gebracht. Je Verein können - bei einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass - für drei aufeinanderfolgende Monate Billigkeitsleistungen in Höhe von maximal 50 000 Euro bewilligt werden.

Die Sportanlagen sind während des Lockdowns alle geschlossen. Foto: aro

Weniger Mitglieder, weniger Einnahmen: Die Corona-Krise trifft auch die Sportvereine hart. Erst stand im Frühjahr 2020 der Vereinsbetrieb aufgrund des Infektionsgeschehens monatelang komplett still, seit November liegt der Freizeit- und Amateursport erneut auf Eis. Das heißt: Kein Training, keine Wettkämpfe.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Sportvereine so gut wie möglich abfedern zu können und deren Existenz zu sichern, wird das Corona-Sonderprogramm des Landes Niedersachsen fortgeführt.
Um gemeinnützigen Sportvereinen, die in ihrer Existenz bedroht sind, zu helfen, hat der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, eine Verlängerung des Corona-Sonderprogramms für Sportorganisationen auf den Weg gebracht. In Absprache mit dem Landessportbund (LSB) Niedersachsen wurde die Ausgangsrichtlinie aus dem vergangenen Jahr angepasst, damit die niedersächsischen Sportorganisationen ihre Anträge auch im Jahr 2021 weiterhin an den LSB richten können. Die Antragstellung kann vom 1. Februar bis zum 15. November 2021 erfolgen.

„Je Verein können bei einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für drei aufeinanderfolgende Monate Billigkeitsleistungen in Höhe von maximal 50 000 Euro bewilligt werden. Auch Vereine, die bereits im letzten Jahr eine Corona-Hilfe erhalten haben, können, soweit diese Summe nicht ausgeschöpft wurde, einen erneuten Antrag stellen“, teilte der Landkreis Hameln-Pyrmont in einer Pressemitteilung mit. Betroffene Sportorganisationen können ihre Anträge online stellen – über den Förderbereich im Intranet des Landessportbundes.
Für die Vorsitzende des Kreissportbundes, Maria Bergmann, sind die zur Verfügung gestellten Fördergelder wichtig, um die Sportvereine in wirtschaftlich schwierigen Corona-Zeiten zu unterstützen. Bis jetzt habe noch kein Hameln-Pyrmonter Verein wegen Corona aufgeben müssen: „Mir ist im Moment jedenfalls kein Verein bekannt, der so sehr in wirtschaftliche Schieflage geraten ist, dass er um seine Existenz bangen muss“, so Bergmann. Dass sich kleinere Vereine auflösen, komme immer mal wieder vor. Der Grund sei aber nicht die Corona-Pandemie. Eine Statistik, wie viele Sportvereine aus dem Kreisgebiet Corona-Hilfen beantragt haben, liegt dem KSB noch nicht vor.

Der zweite Lockdown bringt den Amateur- und Breitensport in eine schwierige Situation, trotzdem erfüllen einige Vereine trotz enormer Verluste die Vorgaben für die Finanzhilfen aus dem Sonderprogramm nicht, wie TC-Geschäftsführer Miroslaw Warchol kürzlich im Dewezet-Interview am Beispiel des Turn-Clubs Hameln verdeutlichte: „Es gibt zwar Corona-Hilfspakete für Sportvereine, aber wir haben trotz enormer Einnahmeverluste keine Zuschüsse beantragt, weil wir unsere finanziellen Verpflichtungen 2020 zum Glück noch erfüllen konnten. Die finanziellen Probleme kommen aber auf uns zu, weil die Einnahmen durch Kurse zur Gesundheitsvorsorge oder durch Kooperationen mit Kindertagesstätten und Schulen wegbrechen.“
Beim Turn-Club summieren sich die Verluste laut Warchol auf über 50 000 Euro pro Jahr – „plus weitere 12 000 Euro, weil wir rund 100 Mitglieder weniger haben als im Vorjahr und dementsprechend weniger Beiträge einnehmen“. Der Verein sei zwar noch nicht in seiner Existenz bedroht, „aber je länger der Lockdown dauert, umso schwieriger wird es für uns, keine Frage“. Trotz Corona sei der TC von einer Kündigungswelle verschont geblieben, sagt Warchol, der Schlimmeres befürchtet hatte. „Wir haben jetzt insgesamt 1870 Mitglieder – 98 weniger als im Vorjahr“, so Warchol.

Auch die TSG Emmerthal ist laut Vereinschef Stephan Kutschera „bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen“: „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir 55 Mitglieder weniger. Insgesamt sind es jetzt 1542.“ Die Zahl der Austritte sei bei der TSG im Vergleich zu den Vorjahren ungefähr gleich geblieben, „aber durch Corona hatten wir kaum Neueintritte“, so Kutschera. Finanzhilfen habe auch die TSG bisher nicht beantragt: „Um Geld aus dem Fördertopf zu bekommen, muss der Verein in einer wirtschaftlichen Notlage sein. Das sind wir zum Glück noch nicht. Wir haben zwar weniger Einnahmen, aber auch weniger Ausgaben.“

Weil die Sportstätten gesperrt sind und zurzeit kein Vereinstraining möglich ist, „sparen wir die Gelder für Trainer und Übungsleiter“. Auch dass zum Beispiel der Handballverband auf Landes- und regionaler Ebene die für die Saison 2020/21 gezahlten Meldegelder erstattet habe, sei eine finanzielle Entlastung für die Vereine, sagt Kutschera. Um die laufenden Kosten zu decken, helfe den Sportvereinen jeder Euro.

Quelle : Dewezet
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