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29.05.2021

Millionen-Projekt: Geduld bleibt gefragt

Modernisierung der Bezirkssportanlage mit Geldern des Bundes / Weitere Verfahrensschritte notwendig

 
EMMERTHAL. Trotz guter Nachrichten aus Berlin, die knapp drei Millionen Euro teure Modernisierung der Bezirkssportanlage in Emmerthal massiv zu bezuschussen: Noch bleibt Geduld gefragt, bis die Arbeiten für das Mammutprojekt beginnen können. Darauf verweisen Bürgermeister Andreas Grossmann und Stephan Kutschera als Vorsitzender der TSG, die dazu im engen Austausch stehen, wie sie auf Nachfrage unserer Zeitung erklären.


Für große Zuversicht hat in Emmerthal die Mitteilung gesorgt, dass der Bund die Pläne für die Neugestaltung der Sportanlagen in Emmern massiv fördern will. Vor dem ersten Spatenstich muss die Gemeinde noch einmal ein aufwendiges Verfahren durchlaufen. Foto: cb


Autor: Christian Branahl

Es handele sich zunächst um eine Grundsatzentscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestags, womit das Geld gesichert sei. „Wir stehen aber noch vor einem sehr umfangreichen Verfahren“, sagt Grossmann. Nach der ersten Euphorie, die Anfang Mai durch die Botschaft des heimischen Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps ausgelöst worden sei, „sind noch einige Hürden zu überwinden“, meint Kutschera.

Noch einmal betonen sie die hohe Bedeutung des bewilligten Förderantrages, wodurch die Gemeinde mit 90 Prozent Zuschüssen aus Berlin für das Projekt mit Gesamtkosten von 2,935 Millionen Euro rechnen kann. „Eine große Chance für Emmerthal“, wiederholt der Bürgermeister. „Aber wenn es um so üppige Fördermittel geht, sind viele Vorgaben zu erfüllen.“ Von einer „sehr positiven Stimmung“ spricht der TSG-Vorsitzende in dem Verein. Nun gelte es, die nächsten Schritte abzuwarten. Kutschera: „Wir fangen zwar später an, kommen dafür aber dann schneller voran.“ Ursprünglich vorgesehen waren innerhalb von vier bis fünf Jahren zunächst der Kunstrasenplatz, aber beispielsweise auch der Rückbau des Rasenplatzstadions zu einem Kleinspielfeld, die Erneuerung der Leichtathletikanlagen sowie neue Trend-, Freizeit- und Jugendsportbereiche. Nun geht es mit Zuschüssen für Verein und Gemeinde günstiger – und vor allem schneller.

Als treibende Kraft gilt im Vorfeld Matthias Koch, der bereits vor einigen Jahren die Pläne für einen Kunstrasenplatz erfolgreich auf den Weg gebracht hatte. Vor allem hatte der Sportler und Kommunalpolitiker die Vereine mit Fußballangeboten im gesamten Gemeindegebiet dafür begeistern können, um entsprechende Lösungen zu ermöglichen. Darauf wurde auch im Förderantrag eingegangen. Die sieben fußballtreibenden Sportvereine hätten dazu 2017 Vorarbeit geleistet, im Gemeindegebiet kooperiert und eine gemeinsame Jugendspielgemeinschaft gegründet. „Der neue Kunstrasenplatz dient allen Mannschaften verlässlich als ortsnahe Trainingsstätte“, hieß es weiter. Der Einsatz von Koch (Sein Fazit: „Engagement für seine Heimat lohnt sich! Macht fast immer Sinn. Und manchmal auch sehr glücklich.“) hat sich gelohnt: Der Kunstrasenplatz gilt als größter Posten im bewilligten Antrag – sogar inklusive neuer Tribüne und Flutlichtanlage.

Die erweiterten Planungen unter dem Namen „Emmerspitze“ hatten schließlich Kutschera, der frühere TSG-Vorsitzende und heutige Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer und der Unternehmer Jürgen Lohmann in die Wege geleitet. Kutschera, der ebenfalls die Vorarbeiten von Koch würdigt, kündigt für die nächste Zeit einige Sitzungen des Trios an, um weitere Schritte zu besprechen. Allen müsse bewusst sein, dass es seit den ersten Gesprächen zu den erweiterten Planungen im Oktober 2019 über die Architektenplanungen und den Grundsatzbeschluss des Vereins bis zur Entscheidung in Berlin sehr zügig verlaufen sei. „Jetzt dürfen wir nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun“, meint er.

Im Antrag der Gemeinde war im Zeitplan ohnehin erst das nächste Jahr für die ersten Bauarbeiten – auch für den Kunstrasenplatz – genannt worden. Der Bürgermeister verweist darauf, dass es sich dabei offiziell nur um eine „Projektskizze“ gehandelt habe. Quasi „eine Interessenbekundung“, wie es dazu von der begleitenden Instanz des Bundes, dem Projektträger Jülich, heißt. Von dort liegen nun umfangreiche Unterlagen im Rathaus vor. Als nächster Schritt sei eine aufwendige Präsentation durch die Gemeinde vorgesehen, bevor dann die richtige Antragsstellung folge, erläutert Grossmann. „Dabei handelt es sich um ein sehr bürokratisches Verfahren, an dem sehr viel Arbeit hängt.“

Da es aber den Grundsatzbeschluss in Berlin gebe, seien schon vor der endgültigen Bewilligung des Antrages erste Schritte möglich. Der Verwaltungschef nennt dafür etwa die Suche nach einem externen Projektsteuerer, der wie geplant für die Gemeinde die Investitionen an der Sportanlage begleite. Die Hoffnung, die der Bürgermeister hegt: Als erstes Projekt könnte im Herbst 2022 der Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen.

Quelle : Dewezet
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